Zeitzeugen (16.07.2026)


Wider das Vergessen


Von der Herkunft meiner Eltern und deren Vorfahren besteht tatsächlich bei mir ein Migrationshintergrund in mehrfacher Hinsicht. Geboren in der ersten Heimat im Mai 1959 an der mecklenburgischen Ostseeküste, wuchs ich jedoch nach der Flucht über Berlin Marienfelde "ausgeflogen" dann ab April 1960  im badischen Teil unseres Bundeslandes "in meiner zweiten Heimat" auf bis 1991. Als Republikflüchtlinge vor dem Mauerbau war meinen Eltern mit inzwischen drei Kindern zuerst die Einreise zur Verwandtschaft zum ehemaligen Wohnort am schönen Salzhaff für Jahre untersagt. Erst nach einem Amnestiebeschluß durch die damalige DDR-Regierung im Jahre 1964 reisten wir 1967 das erste Mal ein aus heutiger Sicht zu "Urlaub auf dem Bauernhof" bei Oma und Opa, die dort in ganz einfachen Verhältnissen lebten. Immerhin hatte man lange die Dorfschmiede betrieben.


Über den mehrfachen Migrationshintergrund Heimatvertriebene und Flüchtling zugleich meiner Mutter möchte ich hier aus Gründen des Datenschutzes nichts weiteres ausführen.


Das Jahr 1989, in dem die Mauer fiel, ist mir gut in Erinnerung, da ich privat im Umbruch war und so viel Zeit für eine besonders intensive Betrachtung der Vorgänge hatte. 


In meiner dritten Heimat im Landkreis Böblingen hatte ich dann beruflich und privat viel mit der deutschen Frage, Europa und der Welt zu tun. Hierüber ist inzwischen intensiv veröffentlicht worden.


Ich wünsche mir, dass die deutsche Frage in einem in Europa gut integriertem demokratischen Staat künftig als gut gelöst und verstanden akzeptiert wird, damit wir uns mehr auf ökologische und soziale Herausforderungen in dieser immer ungerechter werdenden Welt konzentrieren können, ohne ständig zu fragen: "Bist Du ein Ossi oder ein Wessi?"


V.i.S.d.P.: Detlef Reppenhagen, Weil der Stadt

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