Dipl.-Phys. Detlef Reppenhagen

Über die digitale Anwesenheit

Es gibt heute beruflich und privat drei Arten der Anwesenheit, die digitale, die körperliche und die geistige.

Eine zentrale Rolle spielen dabei Rechner und Handys aller Art, die gut vernetzt sind. 

Neulich saß ich drei Minuten auf einer Toilette und war digital abwesend wegen eines Softwarefehlers. Die telefonische Auskunft, er sei nicht da, führt nun zu einer Reihe von Mißverständnissen und juristischem Stress bis ins nächste Jahr hinein.

Grundlage der digitalen Anwesenheit ist eine kollektive ubiquitäre Demenzerkrankung, für die besonders kennzeichnend ist, daß eine Krankheitseinsicht fehlt, wie Ihnen Psychater sicher bestätigen werden!

Nun wollen die Arbeitgeberverbände, wie zu lesen war, eine Erreichbarkeit rund um die Uhr mit höheren Arbeitszeiten. Als alter strammer Gewerkschaftler lehne ich dies rundum ab! Gelegentlich möchte ich weiterhin mit meinen zahlreichen Enkelkindern im Sandkasten spielen, wobei dort auch schon Plastikimitate von Handys vorhanden sind, auf denen seit Geburt wild herumgedrückt wird.

Die neue Abfall-App des Landkreises kann ich also nicht lesen und bin auf das Kommando meiner Ehefrau angewiesen, wann ich den Kuttereimer rausstellen muß. Aber immerhin sprechen wir noch ohne Handy miteinander, was viele Menschen inzwischen offenbar verlernt haben.

Detlef Reppenhagen, Weil der Stadt, 20.12.2015



  



 

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